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Oberreintal

Seit dem Jahr 2000 bin ich Hüttewart im Oberreintal, dem schönsten Ort im Wettersteingebirge, ja eigendlich weltweit.Die Oberreintalhütte ist im Winter geschlossen. Es gibt auch keinen Winterraum.

Wichtige Infos:

Die Franz-Fischer-Hütte, oder kurz Oberreintalhütte, ist eine bewartete Selbstversorgerhütte.
Sie ist von Pfingsten bis Anfang Oktober geöffnet, Datum siehe Aktuell.

Nichtkletterer bitte nicht im August am Samstag bei guten Kletterwetter kommen. Dann ist die Hütte meist übervoll. Für Bergsteiger stehen noch mehr Hütten in nächster Umgebung zur Auswahl (Meilerhütte, Reitalangerhütte, Knorrhütte, Schachenhaus, Kreuzeckhaus).

Allgemeine Beschreibung:

Name der Hütte: Franz-Fischer-Hütte oder auch Oberreintalhütte
Höhe: 1532m
Anzahl der Lager: 60 (keine Betten)
AV-Sektion Garmisch-Partenkirchen
Bewirtschaftungszeitraum: Pfingsten bis Anfang Oktober
Hüttenwart: Hans Bader
Kontakt Hütte:  nur per e-mail erreichbar: info_ät_oberreintalhuette.de
Bearbeitungszeit: ca. zwei Tage
Kontakt Tal: AV-Sektion Garmisch-Partenkirchen
tel: 08821 2701 fax: 08821 71994
Internet: www.oberreintalhuette.de
Talort: Garmisch-Partenkirchen
Ausgangspunkt: Skistadion GAP
Zustieg: Durch Partnachklamm; entlang Partnach Richtung Zugspitze; vor Bockhütte Richtung Schachen, Oberreintal abbiegen; Gehzeit ca. 3 Std.
Schnellste Moeglichkeit:
Forststrasse mit Rad fahren. Dann allerdings über Partnachalm, Laubhütte fahren, da die Partnachklamm für Räder gesperrt ist. Fahrzeit ca. 1 Std., Gehzeit ca. 1 Std.
Tourenmöglichkeiten/Gipfel:
Das Oberreintal ist eines der besten Alpinen Klettergebiete. Es bietet unzählige Anstiege vom 4. bis zum 9. Schwirigkeitsgrad. Die schönsten Klassiker und die meisten Neutouren sind mit Bohrhaken ausgrüstet, teilweise AV-Sicherheitshaken.

Was sagt der Hüttenwart über "seine" Hütte:
Die Oberreintalhütte ist ein recht alter Herr, Jahrgang 21-22, der sich in den ganzen Jahren seinen ursprünglichen, rauen Scharm erhalten hat. Im Gegensatz zu den meisten Hütten, blieb sie die ganze Zeit über eine bewartete Sebstversorgerhütte. Der Hüttenwart sorgt für die Getränke und kocht abends für Alle gemeinsam die mitgebrachten Speisen (meist Nudeln). Neben all den Neuerungen, z.B. Strom aus Wasser und Sonne, Komposttoilette, sind viele Dinge noch altmodisch im Besten Sinn. So geht der Reservierungswahnsinn hier spurlos vorüber. Wer kommt ist da und herzlich willkommen.
Das Oberreintal, wild, eng, steil, mitten im Gebirge und doch mit wunderbarer Vegetation und nicht erdrückend. Es ist meiner Meinung nach eines der besten alpinen Klettergebiete. Noch nicht hochalpin, aber auch kein Klettergarten mehr.
Ich hab dort einen Großteil meiner Kletterjugend verbracht. Fels, Landschaft und Gesellschaft haben mich sofort in ihren Bann gezogen.
Der Mittelpunkt des Oberreintals ist die Hütte. Sie wurde für Kletterer gebaut und ist auch eine Kletterhütte geblieben. Hier stehen die gekletterten Touren und die Erstbegehungen im Tourenbuch, hier wurde nächtelang über Magnesia oder Routensanierung diskutiert. So wurden Streitigkeiten gleich vor Ort geklährt und es kam nicht zum Entfernen von Bohrhaken wie in anderen Gebieten.
Ein Platz am Stammtisch musste erst erarbeitet werden. Für einen dummen Spruch an demselben war die Cukrowsky am Oberen Berggeistturm Grundvoraussetzung.
Heute wird das Oberreintal von manchen Kletterern als  hochalpin angesehen. Der Weg zum Einstieg und der Abstieg ist für viele das Schwerste. Viele Kletterer starten heute aber in der Halle und haben bestenfalls Erfahrung mit Felsen im Mittelgebirge. Bitte einige leichte Bergtouren im Ersten Schwierigkeitsgrad machen bevor Ihr ins Oberreintal kommt. Nur so bekommt man ein Gefühl für die Wegfindung und die Trittsicherheit. Die Routensanierungen mit AV-Sicherheitshaken in den 90er Jahren haben viel vom alpinen-Ernst genommen. Die Haken stecken aber nicht im Meterabstand sondern sie können im leichten Gelände schon einmal 15m entfernt sein. Es ist immer gut Köpferlschlingen und Klemmkeile dabeizuhaben. Kletterer bitte denk auch dran, Steine können töten - nicht nur Tabak :-). Die meisten Unfälle der letzten Jahre wurden durch Steinschlag, ausgelöst vom Vorsteiger oder einer darüber kletternden Seilschaft, verursacht. Auch ein Gewitter in der Wand ist nicht zu unterschätzen.
Das Oberreintal ist trotz der Bohrhaken noch nicht zu einem Konsumtempel schöner Kletterstellen verkommen. Es gibt noch  Linien und nicht eine Reihe von Haken im Irgendwo. Eine Unmenge von Routen sind auch noch im Orginalzustand, mit wenigen und schlechten Haken, teilweise im besten Fels. Leider werden diese Touren fast nicht mehr geklettert.


h.m.l.a.A.

Hans Bader, Hüttenwart
Oberreintal den 09.04.2013

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